Fazit
Vom Staat werden viele und kostenaufwändige Maßnahmen der Begrünung des Landes organisiert.
Wenn ich aber sehe, wie andererseits viele Werte durch wenig durchdachtes Absägen und Abmähen vernichtet werden, wie Massen von Gehölzverschnitt verbrannt werden, die sinnvoll in der Erhaltung und Schaffung eines angenehmeren Mikro- und Kleinklimas verwendet werden könnten, habe ich Bedenken in der sinnvollen Verwendung von Steuergeldern! Und das alle Jahre wieder!!
Nach „Kyrill“ sogar der Aufruf des Bürgermeisters: „Auf zum „Sturmfeuer“ nach Jänkendorf“.
Eiche |
Pflaume |
Kirschbaumstumpf |
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Vor 11 Jahren war´s noch ´ne gesunde Eiche, die Kommune war an Geld recht reiche. Also, Arbeiter mit Säge, ran an die grüne Eiche, damit der Zweig von seinem Aste weiche. Nun ist die 50-jährige, ehemals Früchte tragende Eiche nur noch eine hölzerne Leiche. PS: Unterdessen ist die ehemals stabile Eiche nur noch Holz, das abgesägt dem Feuer reiche. |
Von diesem jetzt recht trockenen Baume, ernteten wir vor Jahren manch schmackhafte Pflaume. Nun sind beachtlich vertrocknet Stamm und Äste, aber beherbergen reichlich Käfer und Würmer als Gäste, die wiederum sind Nahrung für Vögel und anderes Getier, aber ordnungsliebende Menschen sorgen für Sauberkeit im Revier. |
Die Moral von der Geschicht: "Wir erfüllen unsere Verkehrssicherungspflicht."
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am Feldweg - Streuobst Apfel ca. 60 Jahre alt mit Heimat für Höhlenbrüter- u. Insekten / Rest einer Fällwillkür in Ullersdorf | ehemals 5-reihiger Wind- u. Wildschutz - alljährliche Biotopvernichtung | |
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Fallwillkür und Eichenpflanzung | Streuobst-Kahlschlag und Neupflanzung von Kirschenbäumen – ca. die Hälfte im 1. Jahr vertrocknet |
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Trotz Nachpflanzung am Finkenberg - 5 Jahre nach der sinnlosen Abholzung Solange der stellvertretende Bürgermeister seine Ansicht "Wir haben genug Natur!" im Gemeinderat durchsetzen kann, wird sich nichts ändern. |
Große globale Klimaänderungen können wir als einzelne „kleine“ Bürger nicht beeinflussen, wohl aber das Mikro- und Kleinklima in unserer unmittelbaren Umgebung.
Dringend erforderlich ist in diesen Bereichen das Einlagern von Gehölzschnitt, damit diese überall anfallenden Äste ökologisch verwendet werden und schnell dem Niederwild Schutz bieten, anstatt alles beim „Hexenbrennen“, „Sturmfeuer“ oder zu ähnlichen Anlässen zu verfeuern.
Bei gutem Willen und Verstand kann sicherlich für beide Verwendungsmöglichkeiten Freiraum geschaffen werden!
Wenn die Windgeschwindigkeit durch eine dichte Hecke ca. die Hälfte gedrosselt wird, so wird das jede Person als angenehm empfinden, wenn dadurch auch weniger Schneeverwehungen auftreten, gibt es auch weniger Probleme im Straßenverkehr.
Oder denken wir an wochenlangen Sonnenschein, wenn wir in der Gluthitze von A nach B möchten.
Laufen oder fahren wir dann nicht alle auch viel lieber im Schatten von Bäumen und Sträuchern?
Dabei ist die evtl. 10° niedrigere Temperatur durch den Schatten nur die eine Komponente, die andere ist doch die im Schatten etwas höhere Luftfeuchtigkeit durch die Transpiration der Blätter und die damit entstehende Verdunstungskälte, die uns dieses Kleinklima als angenehmer empfinden lassen.
Stellen Sie sich vor, wie es ist, wenn Sie mit Kindern u. Enkelkindern spazieren gehen.
Sie sehen die unterschiedlichen Wuchsformen der Gehölze mit den verschiedenen Grünfärbungen des Laubs, unterschiedliche Blüten mit vielfältigen Düften.
Wenn sie den Milan über sich kreisen sehen, das herrliche Zwitschern der Lerche hören.
Wenn Sie dann gemeinsam in den abgelegten, mit Sträuchern verwachsenen Todholz Pilze entdecken, die vielfältigen Tiere beobachten und zwischendurch von den Wildfrüchten wie Himbeeren, Brombeeren und Pflaumen kosten können, wenn sie mit den Staren von den Kirschen um die Wette naschen können, ist das für alle Beteiligte ein Erlebnis.
Da gibt es noch abends bei der Bettgeschichte etwas zu erzählen - nicht nur von der Mutti oder Omi, sondern auch von den Kindern und Enkeln.
Welch lange Zeit ist DIES immer wieder möglich – im Gegensatz zur kurzen Freude am Feuer!
Leicht kommen die Kinder dann zu der Erkenntnis, dass sie diese Umgebung - ihre Heimat - als schön empfinden, dass sie diese Heimat lieben und sich weitere Kenntnisse aneignen.
Diese Wind- und Wildschutzhecken können z. B. an Feld- und Wanderwegen liegen. Eine Beschilderung mit Hinweisen zur Geschichte, zur Umgebung inkl. Beschriftung von Findlingen und ausgewählten Gehölzen dienen der Erholung und Bildung zugleich.
Ist nicht auch aus diesem Grunde eine vorbildliche ökologische, auf zu erwartende Extremwetterlagen ausgerichtete und damit ökonomische Landschaftsgestaltung empfehlenswert?
Wir haben vor 21 Jahren im Rahmen der Aktion „Grünes Sachsen“ an einem Feldweg Obstgehölze gepflanzt. Leider wurden dann viele Gehölze davon im Zuge jährlicher kommunaler „Flur-Reinigung“ beseitigt und beschädigt. Ich stelle fest, dass von den restlichen Bäumen mit den Jahren zunehmend mehr Bürger sehr gern die Früchte ernten!!
Weitere Informationen finden Sie unter NABU - Streuobst.
Neben dem Pflanzen und Pflegen durch Landschaftsgartenbau-Betriebe ist bei gutem Willen sicherlich auch die Möglichkeit der Beteiligung von Bürgen der Umgebung, oder über ABM – aber immer unter Anleitung und Kontrolle landschaftsgärtnerischer Fachkräfte!!
Legen z. B. Jugendgruppen anlässlich der Vorbereitung auf die Jugendweihe oder organisiert von der Schule ein Stück dieser Wind- und Wildschutzhecke an , da wird sicherlich auch mal ein erfahrener Förster bereit sein, die Zusammenhänge zu erläutern.
Damit können die Bürger an der Gestaltung mitwirken - Ältere, Erfahrene mit ihren oft reichhaltigen Kenntnissen und junge Interessierte!
Wenn Jugendliche (oder auch Ältere…) der Region mit Hand anlegen, verringert sich erfahrungsgemäß die Neigung, dies zu beschädigen und dort ihren Müll entsorgen!
Sie gestalten sich vor der Haustür ihre Heimat und schaffen sich mit Gemeinschaftssinn ihre Naherholungsflächen - eine Bildung und Erziehung zur Landschaftskultur, zum Wohle einer lebens- und erlebenswerten Kulturlandschaft - auch bei den sich verstärkenden Folgen extremer Wetterlagen.
Sie bringen sich mit ein in die Gestaltung u. a. auch von Europa-Fernwanderwegen und Europäischen Vogelschutzgebieten gemäß Vogelschutz-Richtlinie = VSchRL 79/ 409/EWG.
Die Verantwortlichen im Land, den Kommunen, den Landwirten der Flächen an den Feldwegen, haben u. a. im Rahmen der Ländlichen Neuordnung gute Möglichkeiten, die juristischen und organisatorischen Grundlagen zu schaffen, um diese Gedanken, diese Vorschläge umzusetzen.